Sabine Glahr
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Hypnotherapie

 

Selbstorganisatorische Hypnotherapie

Die klassische Hypnose arbeitet mit direkten Suggestionen, die dem Hypnotisierten einen Lösungsweg vorschreiben.  Bei dieser Vorgehensweise muss der Therapeut eine Vorstellung davon entwickeln, wo das eigentliche Problem liegt und welcher Lösungsweg für diesen Patienten der passende ist. Liegt er richtig, ist dem Patienten geholfen. Liegt er falsch, ist dem Patienten nicht oder nur vorübergehend geholfen. Oder es tritt eine Symptomverschiebung auf, d.h. das ursprüngliche Symptom verschwindet, dafür tritt ein neues auf.

Symptomverschiebungen kennen wir auch in Fällen, in denen eine psychosomatische Störung ausschließlich körperlich, z. B. durch Medikamente oder eine Operation behandelt wird. Die Psyche sucht sich - ihrer bisherigen Ausdrucksmöglich beraubt - je nach Veranlagung ein neues Symptom.

Im 20. Jahrhundert hat Milton Erickson die Hypnotherapie durch sein nichtdirektives Verfahren revolutioniert. Dem Patienten werden zum Beispiel durch Märchen oder Metaphern Lösungsangebote gemacht, die das Unbewusste annehmen oder ablehnen kann. Hierbei wird das bewusste Ich des Patienten teilweise umgangen, indem es abgelenkt oder anderweitig beschäftigt wird.
 
In der selbstorganisatorischen Hypnotherapie - das Verfahren, mit dem ich arbeite - setzen wir auf die Fähigkeit eines in sich geschlossenes Systems, sich selbst zu organisieren. Die Fähigkeit des menschlichen Körpers, dies zu tun, ist allgemein bekannt. Ein Beispiel ist die Körpertemperatur, die beim gesunden Menschen in engen Grenzen gehalten wird. Tritt ein Krankheitserreger von außen in den Körper ein, so wird gewissermaßen der "innere Thermostat" verstellt, sodass der Körper Fieber produziert, sich also der neuen Situation anpasst. Ist der Krankheitserreger erfolgreich bekämpft, normalisiert sich die Temperatur.

Ähnliche Prozesse spielen sich auch in der menschlichen Psyche ab.  Durch die Hypnotherapie werden Impulse gesetzt, mit denen sich die Psyche auseinandersetzen muss, um sich dann unter Berücksichtigung dieser Impulse neu zu organisieren. Diese Methode der Hypnotherapie wurde von Götz Renartz, aufbauend vor allem auf den Lehren Milton Ericksons und C. G. Jungs, entwickelt und ist eine aus Sicht des Patienten ausgesprochen autonome Methode, bei der der Patient mit Hilfe seines Unbewussten, unter Einbeziehung des bewussten Ich, seinen eigenen Heilungsweg selbst entwickelt. Dabei spielen sich die Prozesse nicht selten auf einer symbolischen Ebene ab, wie wir sie aus Träumen kennen.